BMW: Elektroautos bringen starkes Wachstum in die Jahresbilanz

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Michael Neißendorfer
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Die BMW Group hat im Geschäftsjahr 2023 ihre Geschäftsziele wie prognostiziert erfüllt. Trotz hoher Wettbewerbsintensität und volatiler Rahmenbedingungen hat sie ihren profitablen Wachstumskurs erfolgreich fortgesetzt, heißt es in entsprechender Mitteilung aus München. Per Dezember lieferte die BMW Group 2.554.183 Autos aus, 6,4 Prozent bzw. gut 155.000 Einheiten mehr als im Vorjahr mit knapp 2,4 Millionen Einheiten. Die hohe Kundennachfrage war der Treiber für die erneut starke finanzielle Leistung der BMW Group: Im Konzern beträgt die EBT-Marge 11 Prozent (2022: 16,5 Prozent) und liegt damit über dem strategischen Zielwert von 10 Prozent.

Wie schon in den Vorjahren waren Elektroautos mit einem Plus von knapp 160.000 Fahrzeugen quasi im Alleingang für das Wachstum bei BMW verantwortlich: Insgesamt lieferte die Gruppe 375.716 vollelektrische Autos (2022: 215.752 Einheiten / +74,1 Prozent) aus und erreichte damit wie geplant einen Anteil von rund 15 Prozent des Gesamtabsatzes. Inklusive der ausgelieferten Plug-in-Hybride setzte die BMW Group insgesamt 565.875 elektrifizierte Fahrzeuge (2022: 433.792 Einheiten / +30,5 Prozent) ab und erreichte damit einen Absatzanteil von 22 Prozent.

Die Elektrifizierung des Portfolios leiste zudem einen entscheidenden Beitrag zur CO2-Reduktion im Konzern und trage überdies zur anhaltenden Reduktion der CO2-Flottenemissionen bei, so der Hersteller: In der europäischen Flotte hat die BMW Group auch 2023 die Emissionen weiter reduziert: Mit 102,1 Gramm pro Kilometer CO2 lag der noch vorläufige Wert deutlich unter dem von der Europäischen Union gesetzten Ziel von 128,5 Gramm pro Kilometer.

Das Jahr 2023 unterstreicht, wie wir konsistent unsere Strategie umsetzen und zum Erfolg führen. Wir haben starkes Wachstum erzielt, dabei den Anteil unserer vollelektrischen Fahrzeuge spürbar erhöht und gleichzeitig die operative Profitabilität gesteigert. Viele sprechen hier von einer ‚Transformation‘. Für uns ist es vielmehr kontinuierlicher Fortschritt“, sagte der Vorsitzende des Vorstands der BMW AG, Oliver Zipse, bei der Vorstellung der Jahresbilanz.

Solider Anstieg der Konzernumsatzerlöse

Die Umsatzerlöse des Konzerns stiegen im Gesamtjahr solide auf 155,5 Milliarden Euro Euro (2022: 142,6 Milliarden Euro / +9 Prozent / währungsbereinigt: +13,1 Prozent). Im Jahr 2023 waren die Umsatzerlöse von BMW Brilliance Automotive (BBA) vollständig enthalten, im Vorjahreszeitraum erst mit der Vollkonsolidierung ab dem 11. Februar 2022. Dies ist beim Vorjahresvergleich zu berücksichtigen.

Im Gesamtjahr legten die Forschungs- und Entwicklungskosten des Konzerns deutlich auf 7,5 Milliarden Euro (2022: 6,6 Milliarden Euro/ +13,8 Prozent) zu. Neben dem Entwicklungsaufwand für neue Modelle wie beispielsweise die neue 5er Reihe, für den X3 und X5 (Modellüberarbeitung), den Rolls-Royce Spectre sowie die künftigen Elektroauto-Modelle der Neuen Klasse flossen F&E-Leistungen vor allem in die weitere Elektrifizierung sowie Digitalisierung des Fahrzeugportfolios und in automatisiertes Fahren.

Die Investitionen der BMW Group stiegen im Gesamtjahr auf 8,8 Milliarden Euro (2022: 7,8 Milliarden Euro / +8,5 Prozent). Substanzielle Aufwendungen flossen demnach in die Baukästen für die Elektrifizierung und für autonomes Fahren, in den Aufbau der Hochvoltspeicherfertigungen in verschiedenen Märkten sowie den Werksbau im ungarischen Debrecen.

Wir investieren umfassend in innovative Technologien und in die Elektrifizierung und Digitalisierung unserer Produkte und Werke. Wir investieren in die Zukunft der BMW Group und erwirtschaften einen starken Free Cashflow. Unser gutes finanzielles Ergebnis öffnet dafür den Weg“, kommentiert Finanzvorstand Walter Mertl.

Konzernergebnis (EBIT) signifikant höher

Das Ergebnis vor Finanzergebnis (EBIT) spiegelte im Gesamtjahr die starke operative Leistung der BMW Group wider: 2023 stieg das EBIT auf 18,5 Milliarden Euro. (2022: 14 Milliarden Euro; +32,0 Prozent). Neben der BBA-Vollkonsolidierung und den höheren Fahrzeugauslieferungen wirkten niedrigere segmentübergreifende Konsolidierungen im Zusammenhang mit dem Leasinggeschäft positiv. Von Januar bis Dezember erzielte die BMW Group ein Vorsteuerergebnis (EBT) von 17 Milliarden Euro (2022: 23,5 Milliarden Euro / -27,3 Prozent). Hierbei spiegelt das durch negative Fair-Value-Effekte geprägte Finanzergebnis in Höhe von -1,4 Milliarden Euro (2022: 9,5 Milliarden Euro) einen Basiseffekt wider: Im Vorjahr hatte die Neubewertung der zuvor gehaltenen BBA-Anteile in Höhe von 7,7 Milliarden Euro das Finanzergebnis, das Konzernergebnis und den Konzernüberschuss der BMW Group im Zuge der Vollkonsolidierung deutlich erhöht.

Die EBT-Marge im Zeitraum Januar bis Dezember betrug 11 Prozent (2022: 16,5 Prozent), der Konzernüberschuss belief sich auf 12,2 Milliarden Euro (2022: 18,6 Milliarden Euro / -34,5 Prozent). Bleibt der erwähnte Einmaleffekt aus der Neubewertung unberücksichtigt, liegen der Konzernüberschuss moderat über dem Vorjahreswert und die EBT-Marge auf Vorjahresniveau.

Die BMW Group hat zum 31. Dezember 2023 154.950 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 149.475/ +3,7 Prozent). Der leichte Beschäftigungsaufbau erfolgte insbesondere in den Bereichen Entwicklung und IT sowie im weltweiten Produktionsnetzwerk der BMW Group.

Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 15.03.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Kokopelli:

Ist tatsächlich in meinem Freundeskreis auch so, dort fahren mittlerweile zwei einen Tesla, die zuvor jahrelang BMW gefahren sind.
Ich war auch BMW Fan und fahre nun seit knapp drei Jahren Tesla. Einen BMW würde ich mir derzeit nicht auf den Hof stellen.

Philipp:

Da ich mehrere Teslafahrer kenne, die früher ausschließlich BMW gefahren sind, ist es ein Konkurrent im Premiummarkt. Wie geschrieben, sicher nicht im Luxussegment.

brainDotExe:

Tesla (Volumen) ist ja nicht wirklich ein direkter Konkurrent für BMW (Premium).

Philipp:

Wenn BMW ALLES richtig gemacht hätte, hätte es für Tesla keinen Platz gelassen.
So hat auch BMW es erlaubt, dass im Premiumsegment (nicht Luxus) eine starke Alternative entstanden ist.

alchemist:

Das mag aber wohl an den vielen „Nieren Fetischisten“ liegen, also an dem Markenimage und dem beibehaltenen Design. Rational ist das nicht nachvollziehbar.

alchemist:

Die bessere Technologie setzt sich durch. Nichts anderes sagt das Lager der Vernunft.

Steven B.:

bzw. das BMW kurz davor ist Pleite zu gehen… Ja ja, so sind sie halt die ewig besser wissenden. Ich freue mich über die Entwicklung und der BMW Kunde kauft dann einen Stromer, wenn er das Vertrauen in diese Antriebsart hat. Daher der eingeschlagene Weg, sie werden sicher erfolgreicher am Markt sein, wenn sie die Plattform komplett umstellen, dann werden auch die Margen besser passen, derzeit ist es wohl noch zu lasten der Verbrenner.

brainDotExe:

Ich erinnere an die Diskussionen vor 4-5 Jahren dass man mit „umgebauten Verbrennern“ nicht mithalten kann.

Glückwunsch BMW, alles richtig gemacht.

Robert:

„Wie schon in den Vorjahren waren Elektroautos mit einem Plus von knapp 160.000 Fahrzeugen quasi im Alleingang für das Wachstum bei BMW verantwortlich“ das sollte man mal dem sogenannten Lager der Vernunft beibringen

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