BMW: „Brennstoffzellen-Antrieb kann Säule im Antriebsportfolio werden“

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BMW AG

Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Im Rahmen der Power of Choice Strategie stellt sich BMW bekanntermaßen breit auf und beschränkt sich nicht nur auf eine Antriebstechnologie. Wie Klaus Fröhlich, Entwicklungsvorstand der BMW AG, erst kürzlich zu verstehen gab, sei man „überzeugt, dass künftig verschiedene alternative Antriebsformen nebeneinander existieren werden, da es keine alleinige Lösung gibt, die sämtliche Mobilitätsanforderungen der Kunden weltweit abdeckt.“ Aus seiner Sicht ist es realistisch vorstellbar, dass der Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb langfristig eine vierte Säule in deren Antriebsportfolio werden kann.

BMW X-Familie prädestiniert für Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb

Fröhlich verweist hierbei auf die X-Familie, welche „sich großer Beliebtheit bei unseren Kunden erfreut“, so der Entwicklungsvorstand von BMW weiter. Bereits seit 2013 arbeitet die BMW Group mit der Toyota Motor Corporation im Bereich der Brennstoffzellen-Technologie zusammen. Das i-Hydrogen Next Konzeptfahrzeug von BMW, das auf der Frankfurter Automobilausstellung IAA im vergangenen Jahr vorgestellt wurde, gebe einen guten Hinweis darauf, wie die X5 Wasserstoff-Flotte von 2022 aussehen wird. Die Technologie würde auch in die größeren SUV-Modelle von BMW X6 und den X7 passen, die dieselbe Architektur wie der X5 haben.

Dennoch gibt Fröhlich zu verstehen, dass während für die BMW Group das langfristige Potenzial des Brennstoffzellen-Antriebs außer Frage steht, man dem Kunden kurzfristig noch kein Serienfahrzeug mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie anbieten wird. Dies liegt vorranging an den aktuell noch nicht passenden Rahmenbedingungen. Klaus Fröhlich: „Aus unserer Sicht muss Wasserstoff als Energieträger zunächst in hinreichenden Mengen, mit grünem Strom und zu wettbewerbsfähigen Preisen produziert werden. Wasserstoff wird dann vor allem in Anwendungen eingesetzt werden, die nicht direkt elektrifizierbar sind, also etwa im Schwerlastverkehr auf der Langstrecke.“

Des Weiteren gibt BMW zu verstehen, dass die benötigte Infrastruktur wie beispielsweise ein europäisches, flächendeckendes Netz an Wasserstofftankstellen derzeit noch nicht gegeben, um BMW Kunden ein Fahrzeug-Angebot zu machen. Die BMW Group setzt jedoch ihre Entwicklungsbemühungen bei der Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie mit Nachdruck fort und nutzt die Zeit, um die Herstellungskosten des Antriebssystems signifikant zu reduzieren, bis die Infrastruktur sowie eine ausreichende Versorgung nachhaltig produzierten Wasserstoffs gegeben sind.

BMW gibt erste Details zum BMW i Hydrogen NEXT-Antrieb bekannt

„Beim Antriebsystem des BMW i Hydrogen NEXT erzeugt das Brennstoffzellensystem bis zu 125 kW (170 PS) elektrische Energie, die aus der chemischen Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff aus der Luft gewonnen wird“, so Jürgen Guldner, Leiter BMW Group Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie und –Fahrzeugprojekte. Hierdurch wird es möglich, dass das Fahrzeug nur Wasserdampf ausstößt. Der elektrische Wandler, der sich unterhalb der Brennstoffzelle befindet, passt deren Spannungsniveau an die des elektrischen Antriebs sowie der Leistungspuffer-Batterie an. Diese wird von der Bremsenergie sowie der Energie der Brennstoffzelle gespeist. Im Fahrzeug selbst sind zwei 700-bar-Tanks untergebracht, die zusammen sechs Kilogramm Wasserstoff fassen.

Hierdurch sei es laut BMW möglich, dass der BMW i Hydrogen NEXT eine große Reichweite bietet, bei allen Wetterbedingungen. Zudem sei es so, dass in dem Wasserstoff-Fahrzeug auch der E-Antrieb der fünften Generation, wie er erstmalig im BMW iX3 zum Einsatz kommen wird verbaut ist. Die Leistungspuffer-Batterie, die oberhalb der E-Maschine positioniert ist, kann beispielsweise beim Überholen oder Beschleunigen für zusätzliche Dynamik sorgen.

Bei der Systemleistung ist laut BMW die Rede von 275 kW/374 PS, welche in der ab 2022 startenden Kleinserie vorzufinden ist. Diese basiert, wie bereits in diesem Artikel erwähnt, auf Basis des aktuellen BMW X5. Frühestens in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts und abhängig von Marktanforderungen und Rahmenbedingungen wird die BMW Group dann mit einem Kundenangebot mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie an den Start gehen. Die Brennstoffzellen im kommenden Fuel-Cell-Car der BMW Group stammen aus der Zusammenarbeit mit Toyota. Der sogenannte Brennstoffzellen-Stack sowie das Gesamtsystem sind originäre Entwicklungen der BMW Group.

Quelle: BMW AG – Per Mail

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Heinz Scherer:

Läßt sich nur erklären mit dem Prinzip FC als REX für die Akku. Die FC hat sicher keine 275 KW Leistung. Wäre auch nicht sinnvoll.

Karl T.:

Mich interessiert bei dem hydrogen next nur eines….wie ist es möglich auf 275kW zu kommen ?
Weiß hierüber jemand mehr ?

Danke.

Heinz Scherer, Dipl.-Ing.(FH):

Ich möchte noch ergänzen, dass Leute wie Matthias, welche angeblich für H2 sind, gar nicht wirklich für H2 sind (sowenig wie für BEV) und dem Wasserstoffsthema durch ihre Ahnungslosigkeit mehr schaden als nützen. Vielleicht ist das auch Absicht.

Matthias:

Ein VW e Update kann man nicht gerade als bequemes Auto bezeichnen für die Stadt ok aber weiter nein. Ein kompaktes Auto Golf Klasse mit 1700 kg aufwärts noch nicht einmal Premium ist zu schwer, ein 5er von BMW wiegt noch mit einmal 1700 kg und hat bei einen Unfall erheblich mehr Reserven damit die Insassen überleben. Auf Grund der schweren Akkus wird an anderen Stellen Material eingespart sonst würde ein Kleinwagen wie ein SUV wiegen.

Matthias:

Ein VW e Update kann man nicht gerade als bequemes Auto bezeichnen für die Stadt ok aber weiter nein. Ein kompaktes Auto Golf Klasse mit 1700 kg aufwärts noch nicht einmal Premium ist zu schwer, ein 5er von BMW wiegt noch mit einmal 1700 kg und hat bei einen Unfall erheblich mehr Reserven damit die Insassen überleben. Auf Grund der schweren Akkus wird an anderen Stellen Material eingespart sonst würde ein Kleinwagen wie ein SUV wiegen.

Matthias:

BMW hatte in den Zweitausenderjahren eine Wasserstoff Testserie auf Modell 7ner. Das Auto hat gut funktioniert die Technologie Brennstoffzelle war damals für die Serienfertigung zu teuer. Wasserstoff hat viele Vorteile gegenüber e. Autos schnelles Tanken hohe Reichweite ich bin in der Stadt nicht auf eine Ladestation angewiesen und keine sehr teueren Folgekosten + – 10000 € für den Akku mit Einbau. Aber seinen wir mal ehrlich es gibt nicht schöneres wie einen 3er aufwärts nicht neue Modelle mit einem 6 Zylinder und 200 PS aufwärts. Bei den neuen Modellen finde ich persönlich die großen Nieren schrecklich kauf ich niemals.

Heinz Scherer, Dipl.-Ing.(FH):

Unglaublich schwaches Diskussionsniveau. Eigentlich erwarte ich von E-Auto-Befürwortern (der ich auch einer bin), dass sie anders Verhalten als Verbrennerverteidiger (E-Auto-Hasser). Verbrennerfans behaupten immer wieder unhaltbare Dinge über E-Autos. Aber leider sind die E-Auto-Fans auch oft nicht besser, wenn es ums Thema FCell geht. Damit ich mich nicht komplett wiederholen muss, empfehle ich die Diskussion hier https://wp.elektroauto-news.net/news/kosten-energieeffizienz-warum-elektroauto-bessere-wahl/

Hiker:

Einspeisen ins bestehende Erdgas Netz ist nur in kleinen Mengen beigemischt möglich, da Wasserstoff stark korrosiv wirkt. Das löst keines unserer Energie und Umweltprobleme. Fossile Brennstoffe sind nicht mehr Zukunft. Zudem macht es eh nur Sinn wenn man zuviel Grünstrom hätte, was eben gerade nicht der Fall ist. Es gibt garantiert Nischen wo Wasserstoff Sinn macht. Aber ganz bestimmt nicht in BMW SUV Monstern. Generell gar nicht im PKW Bereich. In Zukunft sind kleinere effiziente Fahrzeuge gefragt und wesentlich weniger. Unsere Gesellschaft muss sich ändern wenn wir überleben wollen. Weg von der Wegwerf und Turbo Konsumgesellschaft. Es gilt vieles zu überdenken. Die Probleme der letzten Zeit zeigen es überdeutlich. BMW ist mit seiner Strategie zum scheitern verurteilt.

Farnsworth:

Bei welchem Auto wiegt der Akku 1.000 kg? Ich habe keins gefunden. Und Mirai, Nexo (beide ca. 1.850 kg) und F-Cell ( 2.130kg) sind auch nicht wirklich Fliegengewichte.

Ein Model 3 wiegt ab 1.610kg. Ein VW e-Up sogar nur 1.160 kg. Was würde wohl ein H2 Up wiegen?

Vielleicht sind BEV Befürworter deswegen BEV Befürworter, weil sie in Mathe und Physik aufgepasst haben.

H2 wird in der Energiewirtschaft der Zukunft schon seine Rolle spielen, aber nicht in der Masse der Automobile.

Farnsworth

Yoyo:

Ich könnte mir auch vorstellen, dass BMW dann gar nicht mehr am Markt vertreten sein wird als Marke. Seit Jahrzehnten werden Ankündigungen gemacht, und wenn dann mal etwas wie der i3 sich am Markt durchsetzt, kommen die Angsthasen aus dem Vorstand wieder aus den Löchern.

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