Bayern beschleunigt Ausbau der Elektroauto-Ladeinfrastruktur

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Derzeit sind bereits gut 150.000 Elektroautos auf bayerischen Straßen unterwegs – und die Zulassungszahlen steigen rasant an. Der schnelle Aufbau einer dichten und zuverlässigen Ladeinfrastruktur ist daher entscheidend, so das bayerische Verkehrsministerium in einer aktuellen Mitteilung. „Bayern hat bereits mehr als 12.000 öffentliche Ladepunkte vorzuweisen, mehr als jedes andere Bundesland. Trotzdem beschleunigen wir weiter den Aufbau der Ladeinfrastruktur, wo wir nur können“, sagt Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer.

Angesichts der prognostizierten Zulassungszahlen für E-Autos benötigt Bayern für 2030 rund 70.000 öffentliche Ladepunkte, wobei künftig insbesondere Schnellladepunkte in Städten und an Hauptverkehrsstrecken entscheidend seien. Seit 2017 sind mit Unterstützung des Bau- und Verkehrsministeriums bereits alle bewirtschafteten Rastanlagen mit Schnellladern ausgestattet – ein weiterer Ausbau ist aber dringend notwendig. Bayern hat mit der weitgehenden Verfahrensfreiheit beim Bau von Ladesäulen und mit dem Engagement zur Änderung des Wohnungseigentumsgesetzes die baurechtlichen Grundlagen geschaffen, dass Ladepunkte schnell gebaut werden und auch Mieter und Miteigentümer private Ladepunkte errichten können.

Auch an Behördenstandorten sind bis heute mehr als 800 Ladepunkte für Dienstfahrzeuge entstanden, die auch Mitarbeiter und Besucher nutzen können. Eine weitere Beschleunigung des Aufbaus ist angesichts der stark steigenden Zulassungszahlen jedoch dringend notwendig. Ministerin Schreyer: „Nur wenn es genügend zuverlässige und verfügbare Lademöglichkeiten gibt, werden noch mehr Menschen sich für ein Elektroauto entscheiden. Mein Ministerium wird daher den Aufbau der Lademöglichkeiten an Behördenstandorten weiter beschleunigen und so 1500 Ladepunkte schaffen. Dafür steht allein in diesem Jahr eine Million Euro zur Verfügung.“

Das Bau- und Verkehrsministerium bietet darüber hinaus als großer Grundstücksbesitzer geeignete Grundstücke, insbesondere mit guter Verkehrsanbindung, der Privatwirtschaft an, um Ladeinfrastruktur zu errichten. Auch an öffentlich zugänglichen Park- und Stellplätzen muss der Aufbau erleichtert werden. „Wir forcieren besonders bei den staatlichen Wohnungsbaugesellschaften den Aufbau von Ladepunkten“, so Ministerin Schreyer. „In den Innenstädten setzen wir im Dialog mit der Wohnungswirtschaft und den Kommunen den Fokus auf ausreichend Ladepunkte. Außerdem wollen wir, um noch vorhandene Hürden für ausreichend Schnellladeinfrastruktur an Hauptverkehrsstrecken zu beseitigen, mit den Ladesäulenbetreibern, der Autobahn GmbH des Bundes, der Tank & Rast und den kommunalen Spitzenverbänden einen Runden Tisch ins Leben rufen. Auch bei der Förderung von Park & Ride Anlagen werden wir eine Verpflichtung zur Errichtung von Ladepunkten einführen.

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr – Pressemitteilung vom 26.01.2022

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Hans Kurt v.Wilmowsky:

Hallo Bergfex,
Ihr letzter Satz trifft es genau, Standorte werden ESSO-Tankstellen sein und auf http://www.chargemunich.de können Sie dazu beitragen, dass es noch schneller vorangeht!

bergfex:

@Hans Kurt v.Wilmowsky: Und wo kommen diese Ladesäulen hin, wie teuer wird der Strom und wie umständlich ist die Registrierung? Oder kann ich dort ohne viel Aufwand gleich laden, bekommen den Strompreis angezeigt und bezahle mit EC oder Kreditkarte?

Wolfbrecht Gösebert:

„Nachweispflicht eines eigenen PKW-Stellplatzes“

Klingt ja erstmal gut, würde aber wohl in den bestehenden urbanen Zentren zu einer gallopierenden Preiserhöhung (–> Mondpreise) für private Stellplätze führen und damit m.E. erhebliche soziale Verwerfungen verursachen!
Hint:
Ich selber trage seit Anfang 2000 die nicht unerheblichen Zusatz-Kosten für einen Stellplatz zu meiner jew. Wohnung (und kann – weil ich das zur Bedingung für die Anmietung gemacht habe – seit 2014 auch dort über meinen Zähler laden).

Daniel W.:

Große und teuere Autos verkaufen sich bei uns nur deshalb so gut, weil es in den Städten noch reichlich Platz gibt. Wenn der Platz knapp und teuer wird, dann setzen sich auch mehr kleine und preiswerte Autos durch, siehe Japan und seine Kei-Cars.

Als Kei-Car (japanisch … „Leichtautomobil“) werden in Japan Kleinstwagen bezeichnet, für die Hubraum- und Größenbeschränkungen gelten.

Sie bilden die mit Abstand beliebteste Fahrzeugklasse in Japan. Eine staatliche Förderung durch finanzielle Anreize bei Steuern, der Maut und Parkkosten sorgen neben der Befreiung zur Nachweispflicht eines eigenen PKW-Stellplatzes und der geringen Unterhalts- und Anschaffungskosten für eine hohe Nachfrage. 2020 waren 40 % der zugelassenen japanischen Autos Kei-Cars.

(Quelle: Wikipedia)

Bei uns könnten überdachte Pedelecs mit 3 oder 4 Rädern im Stadtbereich viele Autos ersetzen und das Fitness-Studio gleich noch dazu, was dann gleich doppelt Geld spart und die Umwelt entlastet.

Hans Kurt v.Wilmowsky:

1 Mio. für Schnelladesäulen – wow. Dafür kann man ungefähr fünfe hinstellen. Wir errichten allein 9 in München in 2022, (vermutlich) ohne jede öffentliche Unterstützung.

Helmuth Meixner:

Mal ehrlich, WER kauft denn SPARSAME AUTOS? Egal welche?
Der beste Weg um das Klima retten zu können wäre ENETGIESPAREN!
Was aber MUSS bei uns aus KOSTENGRÜNDEN gebaut werden? UPPERCLASS weil sich Billgautos bei uns und in ALLEN HOCHPREISLÄNDERN gar nicht mehr konkurrenzfähig bauen lassen. Ergo ist die hieseige Industrei förmlich dazu gezwungen dort zu prodizieren wo man kleine Autos überhaupt noch mit Gewinn bauen kann.
Da ghet speziell mit BEV am einfachsten, weil man dort keine großen Kenntnisse im Autobau benötigt. Ergo werden BEVs für die Masse NICHT bei uns gebaut. Das bedeutet aber die Arbeitsplätze gehen in Billiglohnländer ja Kontinente. Und wo kauft dann die „breite Masse“ ein?

Helmuth Meixner:

10H-Regel! Toll! Für Windstrom in Bayern? WO ist der Wind in Bayern? Wäre es nicht besser man würde hier nur bei Sonne Strom machen? Und den Wind im Norden verstromen? OFFSHORE. Dort wo man aus Wind wirklich Leistung gewinnen kann!

auch für Bayern mit:
„Neubiberg aber auch Ampfing, Brunnthal, Ebersberg, Eichenau, Feldafing, Garching b. München, Germering, Grafing, Gröbenzell, Grünwald, Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Maisach, Oberhaching, Poing, Puchheim (2x), Pullach, Putzbrunn, Sauerlach, Starnberg, Unterhaching, Unterschleißeim und Vaterstetten“ usw. … ?????
Vielleicht wäre es nützlich mal hier nachzurecherchieren, wo Windenergie in Bayern überhaupt sinnvoll sein könnte. Immernein kostet so eine Anlage auch viel Geld.

Man muss ja nicht gleich Segler sein, um wissen zu können woher, wohin und wo man Wind findet:

Zitat:
Der Wind weht auf See deutlich stärker und stetiger als an Land. Die Energieausbeute von Windenergieanlagen auf See ist daher bedeutend höher, weshalb auch die Windenergie auf See zu den Schlüsseltechniken einer nachhaltigen Energieversorgung zählt, mit denen die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung erreicht werden sollen.“ aus: https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/windenergie-auf-see-offshore-windenergie

Bergfex:

@Felix Klusener: Woher weißt Du, dass so ein Ladepunkt an einem Park- und Ride Parkplatz nur einmal am Tag benutzt wird? Ich kenne einige, die relativ oft am Tag benutzt werden. Ich bin auch immer nur 2 – 3 Stunden in der Stadt und komme dann mit der S-Bahn wieder zurück zum Ladepunkt. Da bin ich keine Ausnahme. Wenn das Auto voll geladen ist, muss es vom Ladepunkt wieder weg, in München tagsüber spätestens nach 4 Stunden. Von den Stadtwerken München gibt es deutlich mehr als 1000 Ladepunkte mit Typ2-Anschluss und nur eine Schnellladesäule. Es geht doch.

bergfex:

@Philipp: Alle Ladepunkte des ehemaligen Ladeverbunds Münchner Umland sind an Park und Ride-Parkplätzen. Dazu gehören Neubiberg aber auch Ampfing, Brunnthal, Ebersberg, Eichenau, Feldafing, Garching b. München, Germering, Grafing, Gröbenzell, Grünwald, Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Maisach, Oberhaching, Poing, Puchheim (2x), Pullach, Putzbrunn, Sauerlach, Starnberg, Unterhaching, Unterschleißeim und Vaterstetten. Allerdings ist die Liste nicht mehr ganz aktuell und der Strom an den Ladesäulen ist nicht mehr kostenlos.

bergfex:

@Wolfgang Gösebrecht: Da hat sich Powerwall Thorsten aber sehr missverständlich ausgedrückt, sollte er das wirklich so meinen. Aber immerhin werden 15% des Bayerischen Strombedarfs aus Wasserkraft erzeugt. Das muss man auch mal sehen. Es zählen doch nicht nur die Ausbaupotentiale sondern auch das bereits erreichte. Immerhin liegen mehr als die Hälfte aller deutschen Wasserkraftwerke in Bayern. Es gibt durchaus Ausbaumöglichkeiten der Wasserkraft in Bayern, nämlich durch Modernisierung der bestehenden Kraftwerke. Das wäre naturverträglich und effizient. Mehr dazu unter
https://de.40industries.com/wie-realistisch-ist-ein-ausbau-der-wasserkraft-in-bayern?gclid=EAIaIQobChMIsdyMwOjY9QIVSAOLCh1GdAo3EAAYAyAAEgLZl_D_BwE

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