VW gestaltet Innenraum der ID-Modelle nachhaltiger

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Volkswagen

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Volkswagen will die rein elektrische ID-Familie nachhaltiger machen. Das gilt auch für die Materialauswahl im Interieur. ID.3, ID.4, ID.5 und ID.7 bekommen noch in diesem Jahr ausgewählte Innovationen, die erstmals mit dem ID. Buzz in Großserie gegangen sind, so der Hersteller in einer aktuellen Mitteilung. Beispiel Sitzbezüge: Hier nutzt VW unter anderem Seaqual-Garn, das zu 10 Prozent aus gesammeltem Meeresmüll und zu 90 Prozent aus recyceltem PES-Garn hergestellt wird. Die CO2-Emissionen sind in der Herstellung um fast ein Drittel geringer als bei herkömmlichem Oberflächenmaterial.

Durch den breiten Einsatz von recycelten Materialien und den tierlederfreien Innenraum in unseren ID. Modellen verbessern wir die Öko-Bilanz unserer Fahrzeuge weiter“, sagt Silke Bagschik, Leiterin der Baureihe E-Mobilität. Das Feedback von Kundinnen und Kunden bestätige den Hersteller, diese nachhaltigen Ansätze in Zukunft weiter auszubauen.

Der ID. Buzz war bei VW der Vorreiter für die Recycling-Innovationen. Im Innenraum des Elektro-Bulli setzt der Hersteller bereits viele neue Materialien ein, die nun schrittweise auch in den anderen Modellen der ID. Familie Einzug halten. So kommen im Innenraum des neuen E-Bulli an zahlreichen Stellen alternative Materialien aus Meeresplastik bzw. alten PET-Flaschen (konkret 63 Stück à 500 ml) zum Einsatz. Ein Sitzbezug besteht in der sogenannten ID. Familie Oberware aus dem bereits erwähnten Seaqual-Garn, das zu 10 Prozent aus gesammeltem Meeresmüll und zu 90 Prozent aus recyceltem PES-Garn hergestellt wird. Das spart in der Herstellung im Vergleich zu herkömmlichen Oberflächenmaterialien 32 Prozent CO2-Emissionen. In Sitzbezügen mit ArtVelours Eco beträgt der Recycling-Anteil 71 Prozent. Zudem bestehen die Oberflächen des Dachhimmels und des Bodenteppichs im ID. Buzz zu 100 Prozent aus recyceltem Polyester. Auch in der Dämmschicht des Teppichs stecken recycelte Kunststoffe. Das Gleiche gilt für Bauteile wie die Unterbodenverkleidung und die Radhausschalen.

VW-ID-Nachhaltigkeit
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Darüber hinaus verwendet Volkswagen für Zierteile an den Türen, der Instrumententafel und der Lenkradspange des ID. Buzz kein Chrom mehr, dessen Herstellung die Umwelt belastet. Als Ersatz dient ein Flüssiglack in Chromoptik, dessen Bindemittel biobasiert ist. Einige dieser Recycling-Innovationen aus dem ID. Buzz werden nun in den Modellen ID.3, ID.4, ID.5 und ID.7 Einzug halten.

Rezyklate als vollwertige Alternative

Rezyklate sind aufbereitete Altmaterialien, die in neuen Produkten wiederverwendet werden. Bei Kunststoffen sind dies beispielsweise PET-Flaschen oder alte Fischernetze. Diese Kunststoffabfälle werden zu Granulaten verarbeitet und können anschließend neu eingesetzt werden. Je nach Anforderungen können Bauteile zu einem geringen Anteil oder komplett aus Rezyklaten bestehen. Im Interieur müssen die wieder in den Kreislauf gebrachten Materialien grundsätzlich die gleichen Eigenschaften aufweisen wie herkömmliche. Das betrifft einerseits ihre Anmutung und Haptik, andererseits ihre Strapazierfähigkeit und ihre Langlebigkeit.

Bis 2030 sollen bei Volkswagen die CO2-Emissionen pro Fahrzeug um 40 Prozent sinken, spätestens 2050 will das Unternehmen bilanziell klimaneutral sein. Um diese Ziele zu erreichen, analysiert und optimiert VW den kompletten Lebenszyklus der Fahrzeuge: von der Grundlagenforschung über die Entwicklung und Produktion bis hin zur Wiederverwertung nach Nutzungsende. Dabei strebt Volkswagen geschlossene Materialkreisläufe für alle eingesetzten Rohstoffe an.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 23.02.2023

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Philipp:

Sicher denjenigen, denen auch wichtig ist, dass Flugtickets auf Recyclingpapier gedruckt wird.

Nichts an einem PKW-Innenraum ist nachhaltig, solange er nicht selbst aus PKW-Innenräumen gemacht wird. Insbesondere aufgeschäumte Oberflächen lassen sich nicht recyclen. Aber wie gesagt: Flugtickets…

Karlheinz Merr:

Wie viele Prozent der Kunden interessieren sich wohl dafür, ob der Innenraum nachhaltig gestaltet ist oder nicht?

Läubli:

Ja, ist ja schön – sorry, nein… die Innenräume der IDs sind hässlich, die sehen auch aus wie mindestens 10% Meeresmüll – Entschuldigung für meine Offenheit! Aber GUT ist das schon, das zeigt Interesse am Zahne der Zeit und wenn das eine Firma wie VW sich zu Herzen zu nehmen scheint, dann sind wir schon mal gut unterwegs, das machen andere Hersteller ja auch schon ein paar Jährchen so.

Ich hätte da noch einen kleinen Trost an die VW-Gruppe: der Enyaq IV RS ist im Innenraum sehr schick und damit mindestens 1000x schöner als die ID-Fahrgastzellen – das ist mein ebenso offenes Kompliment, da mag gegenwärtig nicht mal Audi mehr mithalten. Aber dies ist ja nur mein rein subjektives Statement.

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