Volvo könnte nach 2030 doch weiter Verbrenner bauen

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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Noch im vergangenen Jahr unterstrich der chinesisch-schwedische Autohersteller Volvo sein Vorhaben, ab 2030 eine rein elektrische Marke zu werden. Bjorn Annwall, Chief Commercial Officer von Volvo, sagte da laut InsideEVs noch, dass es „kein Wenn und Aber“ gebe, wenn es darum gehe, nach Ende des aktuellen Jahrzehnts nur noch reine Elektroautos zu verkaufen. Doch angesichts des zuletzt zumindest in Teilen der Welt schleppend vorangehenden Hochlaufs der Elektrifizierung scheint die Geely-Tochtermarke diese Strategie zu überdenken.

„Um es klar zu sagen: Volvo ist immer noch bereit, mit seinem Ziel der Elektrifizierung hoch hinaus zu wollen. Aber der Rest der Welt ist vielleicht noch nicht so weit“, schreibt das Fachportal. Die Infrastruktur habe mancherorts noch Nachholbedarf, die Regierungen streiten sich über den Standort der Komponentenbeschaffung und -montage, und die Zukunft der Subventionen bleibe mitunter ein Rätsel. Und mit der großen Erfahrung bei Plug-in-Hybriden wäre es für Volvo ein Leichtes, diese Technologie doch länger zu verfolgen als bislang geplant. Schon vor wenigen Wochen sagte Annwall dem Manager Magazin:Wir müssen auf Veränderungen reagieren können, wenn sich die Geschwindigkeit der Transformation ändert. Nicht in jeder Region geht das gleich schnell.”

Vor Investoren habe sich Volvo-Geschäftsführer Jim Rowan dahingehend geäußert, dass es trotz des Glaubens an die große Zukunft des vollelektrischen Antriebs „Zeit brauchen wird, um verschiedene Teile der Welt für die vollständige Elektrifizierung zu erschließen“. Und er führte aus: „Unsere Plug-in-Hybride und Mild-Hybride sind nach wie vor sehr stark und beliebt bei unseren Kunden, und wir werden weiterhin in diese Produktpalette investieren.“ Die Hybride werden dabei als Brückentechnik hin zu reinen Elektroautos verstanden. Wobei dazu offenbar auch Mild-Hybride gezählt werden, die in ihrer Wirkung auf die Gesamteffizenz doch eher als lächerlich zu betrachten sind.

Dabei erwähnt Rowan zwar nicht, dass dies länger als bis 2030 geschehen soll. Doch unter Verweis auf die zuletzt rückläufigen Verkaufszahlen in den wichtigen Märkten USA und China, geht InsideEVs davon aus, dass intern derzeit das Enddatum für Autos mit Verbrennungsmotor überdacht wird. „Wenn es mit der reinen Batterie nicht klappt, wird Volvo vielleicht stattdessen auf Hybridantriebe setzen, was in den Augen einiger Händler ein Gewinn wäre“, schreibt InsideEVs. Volvo-Händler hatten sich zuletzt Medienberichten zufolge dahingehend geäußert, dass sie weiter Verbrenner verkaufen müssten – oder sterben würden.

Quelle: InsideEVs – „Volvo Backs Off EV-Only Promise, Will Likely Push Hybrids Instead“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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Richard Broch:

Bisschen recherchieren, mal auf den neuesten Stand bringen und nicht auf „Fakten“ beharren, die längst überholt sind. Käme hier mal gut.

Richard Broch:

Die Verantwortung dafür liegt ja wohl kaum bei Volvo, sondern bei unseren Politikern, die katastrophal agieren, indem sie Unsicherheiten beim Verbraucher schaffen. Und dann mal wieder pauschal einen rausgehauen mit „katastrophale Dauertest und Motoschaden“ (ist das Singular oder Plural??) Volvo ist und bleibt eine Topmarke. Aber wenn man sich auf „Versprechungen“ der Regierung(en) nicht mehr verlassen kann, muss – vor allem bei so einer kleinen Marke – überlegt werden, wie es weitergeht. – Übrigens hält Volvo immer noch Polestaranteile und gehört selbst zu Geely. Bisschen mehr Recherche kann nichts schaden, bevor man hier postet.

Kaffeetante:

Bin kein Petrolhead, mag nur diesen Fanatismus hier nicht.

Du sprichst genau den richtigen Punkt an. Ist das E-Auto denn besser? Das kommt, so meine ich, auf die individuellen Anforderungen an.
Für mich wars einfach untauglich und ich bin wieder zurück zum Verbrenner.

Aus meiner Sicht sind sie technich auf keinen Fall besser und sind sie unterm Stich auch nicht wirklich billiger. Vor allem dann nicht, wenn ein fairer Wettbewerb zwischen beiden Antrieben wiederhergestellt werden würde.

Sledge:

Diese Seite heißt elektroauto-news. Was motiviert einen Petrolhead wie dich hier zu posten? Das würde mich echt mal interessieren.

Und nein, so sehr du dir das auch wünschen magst, das Thema E-Auto ist nicht durch, es ist wie bei Smartphones, Digital Kameras usw.
Das Neue wird das Alte verdrängen, weil es besser und billiger ist.

Ammann Daniel:

Thema Händler ist gut, sie sind ja voll daran die meisten Garagenvertretungen platt zu machen! Himmeltraurig was da abgeht.

Niklas Maurus:

Mal wollen sie das eine, dann wollen sie das selbe. Wie im Haus der Verrückten bei Asterix und Obelix.

Erst vollmundig Versprechen, als Erster klassischer Hersteller nur noch Elektroautos herzustellen.

Dann katastrophale Dauertest und Motoschaden bei einer deutschen Autozeitung für den Premiumanbieter.

Dann verkauf der ungeliebten Elektrotochter Polestar an Geely und nun noch Verbrenner?

Man kann sein Image auch komplett ruinieren.

Kaffeetante:

Sag ich doch. Ist immer das gleiche. Erst heißt es „könnte“, später sagen sie „wird“ und zum Schluß fällt evtl. auch das E-Auto. Sollte Trump die Spritpreise wieder nach unten bringen, wie beim letzten Mal, ist das Thema durch.

Es wird hier ja immer so schön Kommentiert, daß die dt. Hersteller verschlafen hätten.
Nein, alle Hersteller haben mit dem E-Auto zu kämpfen.

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