Tesla streicht Range-Extender-Akku für den Cybertruck

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Tesla

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Tesla hatte ursprünglich große Pläne für den Cybertruck. Vor allem bei der Reichweite weckten die Ankündigungen hohe Erwartungen. Doch inzwischen weichen Realität und Versprechen stark voneinander ab – besonders bei einem wichtigen Add-On: dem sogenannten Reichweitenverlängerer. Als Tesla Ende 2023 die Serienversion des Cybertrucks präsentierte, fielen zwei Dinge auf: Die Kosten lagen deutlich höher als gedacht, und auch die Reichweite blieb hinter den Erwartungen zurück. Beim Thema Reichweite wollte man für Abhilfe sorgen.

Dazu muss man wissen, dass der dreimotorige Cybertruck, der laut Reservierungszahlen besonders gefragt war, ursprünglich mehr als 800 Kilometer schaffen und rund 67.000 Euro kosten sollte. Tatsächlich liegt der Preis jetzt bei etwa 96.000 Euro – die Reichweite beträgt nur 515 Kilometer. Die zweimotorige Variante wurde einst mit über 480 Kilometern Reichweite und einem Preis von rund 48.000 Euro angekündigt. In der Praxis beginnt sie jedoch bei etwa 77.000 Euro und bietet knapp 520 Kilometer.

Um diese Lücke zur ursprünglichen Ankündigung zu schließen, plante Tesla ein spezielles Batteriepaket, das im hinteren Teil des Cybertrucks Platz finden sollte. Dieses Modul, als Reichweitenverlängerer oder Range-Extender-Akku bezeichnet, war separat erhältlich und sollte für rund 15.000 Euro zusätzlich mehr Reichweite ermöglichen. Laut Tesla sollte es etwa ein Drittel der Ladefläche beanspruchen und rund 40 bis 75 Kilometer zusätzliche Reichweite liefern – je nach gewählter Cybertruck-Variante.

Seit Beginn der Cybertruck-Auslieferungen ist mehr als ein Jahr vergangen. Der Reichweitenverlängerer ist bisher allerdings weder in Serienproduktion noch bei Kunden angekommen. Anfangs kündigte Tesla eine Markteinführung für Anfang 2025 an. Gegen Ende 2024 verschob das Unternehmen diesen Termin auf die Mitte des Jahres. Gleichzeitig wurde auch die zusätzlich erreichbare Reichweite leicht nach unten korrigiert – etwa 25 Kilometer weniger als ursprünglich genannt. Sprich, im besten Fall maximal 50 Kilometer für einen Aufpreis von 15.000 Euro.

Anfang April nun allerdings ein Schritt, der eigentlich nicht überrascht, das zusätzliche Batteriepaket ist aus dem Online-Konfigurator von Tesla verschwunden. Früher konnte man dort eine Reservierung mit einer nicht erstattbaren Anzahlung von rund 1900 Euro vornehmen. Jetzt fehlt diese Option komplett – ohne offiziellen Kommentar oder Ankündigung. Ob Tesla das Produkt nun ganz gestrichen hat oder lediglich die Reservierungsfunktion aussetzt, ist offen. Auf der offiziellen Website wird die mögliche Reichweite des Cybertrucks weiterhin sowohl mit als auch ohne Reichweitenverlängerer angezeigt. Das spricht dafür, dass die Idee noch nicht vollständig verworfen wurde.

Quelle: Electrek.co – Tesla quietly removes range extender battery option on Cybertruck

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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MMM:

Leider schon.
Diese Verbotsmentalität treibt immer mehr Wähler in die falsche Richtung, so dass am Ende vom Verbot nichts übrig bleibt – und nicht nur das: es wird noch mehr zurückgenommen als das. Das kann man auch in anderen Staaten sehen, in denen kürzlich gewählt wurde – Beispiele zu nennen, ist da nicht mal nötig, behaupte ich.
Und was gewinnt man so? Gar nichts. Man verliert aber umso mehr.

Nehmt die Leute mit, versucht nicht, sie zu zwingen.

Christian:

Sollte verboten werden und richtiges Verbieten ist gut. Und nein das hat nichts mit Meinung zu tun.

Christian:

Und was? Was zählt ist jetzt die Gegenwart. Und nicht was gestern war. Es gibt keine Vorschusslorbeeren. Und wenn Ein jetzt Faschist ist, spielt es keine Rolle was gestern war. Verbrechen werden auch nicht besser wenn du in der Vergangenheit gutes getan hast. Ich werde heute bestraft für zu schnelles fahren da ist es egal ob ich die letzte Woche immer korrekt gefahren bin. Musk Fanboys echt eh.

Gastschreiber:

Ok, aber sonst gibt es keine Vorurteile, oder?
Auch wenn ich keinen Cybertruck fahre und mit keinem SUV Kinder zum Kindergarten fahre bin ich froh, dass ich in meiner Auswahl meinen Idealen und Möglichkeiten unterworfen bin.
Nach einer Probefahrt mit einem Mercedes G580 und einem Durchschnitt von 31kWh/100km dachte ich mir, mehr davon, warum nicht fette SUVs elektrisch, dann haben genau die Personen, die sonst Verbrenner fahren „müssen“ endlich eine Alternative statt zweistellige Rohstoffliter durch die Doppel- oder Vierfachauspuffanlagen zu pusten.
Motivieren statt verbieten.

ediwi:

… und ohne Elon Musk wäre die Welt eine bessere.

Frank2:

Naja ich weiss zwar nicht wie du den Schaum vor meinem Mund gesehen hast – aber leider war ich bei den Gesprächen mit Austin nicht dabei und die Zulassungsdokumente habe ich auch noch nicht gesehen.

Poste doch mal wo man das nachlesen kann – ich lerne immer gerne dazu.

Axel T.:

Das wird so sein…bisher deutet alles (Zulassungsdokumente, Gespräche mit der Stadt Austin, etc.) darauf hin, dass der Termin zu halten sein wird. Auch wenn das manche (warum auch immer) ärgert.

Ohne Tesla gäbe es im Übrigen die Elektromobilität in der heutigen Form nicht, auch das wird von manchen mit Schaum vorm Mund gerade gerne vergessen….

Marius:

Von 75 km auf 50 km *leicht* nach unten korrigiert lol. Nur 33% weniger

Johannes:

Vorallem die vielen Dodge RAM und F150 die mittlerweile trotz fehlender Zulassung mit „Sonderzulassung“ importiert werden, ärgern mich kollosal. Bestimmt ganz toll wenn man drinhockt, für alle anderen einfach nur Lebensgefahr. Insbesondere Fußgänger und Radfahrer haben damit noch weniger Überlebenschancen als schon bei „normalen“ KFZ.

Ein Fall für DUH o.ä.

Frank2:

„Fake it til you make it!“

Ist jemand wirklich überrascht, das Elon mal wieder das Blaue vom Himmel heruntergelogen hat?

Aber im Juni wird alles gut, dann fahren die Tesla Taxis in Austin völlig autonom die Fahrgäste umher :-)
Grosses Pfadfinderehrenwort.

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