Tesla will alte Akkus wiederverwerten – keine Second Life Verwendung geplant

Cover Image for Tesla will alte Akkus wiederverwerten – keine Second Life Verwendung geplant
Copyright ©

Photosite / Shutterstock.com

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Im kürzlich veröffentlichten Tesla Impact Record 2018 hat Tesla darauf hingewiesen, dass man seit Beginn der Produktion des ersten Elektroautos, des originalen Tesla Roadsters, über 550.000 Fahrzeuge ohne Emissionen verkauft hat. Seitdem hat die Fahrzeugflotte von Tesla bisher über 10 Milliarden Meilen (~ 16 Mrd. km) zurückgelegt und dazu beigetragen, dass über vier Millionen Tonnen CO2 die Umwelt nicht belasten.

Des Weiteren gibt der Impact Report aber auch einen Ausblick was Tesla künftig in puncto Umwelt und Nachhaltigkeit geplant hat. So wird der E-Autohersteller in seiner Gigafactory 1 ein eigenes Recycling-Programm aufbauen, um die Rohstoffe aus den alten Akkus für die Herstellung neuer zu gewinnen.

Tesla beschäftigt sich mit Aufbau von Recycling-Prozessen in eigener Gigafactory

Hierzu befindet man sich derzeit in der Entwicklung eines entsprechenden Recyclingsystems, um sowohl alte Akkus, als auch den Produktionsausschuss wieder nutzen zu können. Tesla möchte somit Lithium, Kobalt, Kupfer, Aluminium und Stahl wiederverwenden, um diese für den Einsatz in neuen Akkus entsprechend aufzuarbeiten.

Tesla möchte somit vielfach zum Einsatz kommenden Kreislauf „des Nehmens, Herstellens und Verbrennens der fossilen Brennstoffe“ wegkommen und stattdessen eine Wiederverwertung der alten Akkus im eigenen Unternehmen etablieren. Auch aus wirtschaftlicher Sicht soll sich ein entsprechender Prozess rechnen, da die Rückgewinnung aus alten Akkus günstiger als der Kauf und Transport neuer Rohstoffe sein soll.

„Aus wirtschaftlicher Sicht erwarten wir langfristig deutliche Einsparungen, da die Kosten für die großflächige Rückgewinnung und das Recycling von Batteriematerialien weitaus geringer sein werden als für die Beschaffung und den Transport neuer Materialien.“ – Zitat aus Tesla Impact Record 2018

Viele Akkus gibt es allerdings noch nicht, die das Ende ihrer Betriebsdauer erreicht haben. Derzeit könne man größtenteils nur Akkus aus internen Prozessen: Entwicklungsabteilung, Qualitätsmanagement oder Produktionsausschuss recyceln. Diese werden bereits jetzt schon dem Recycling zugeführt, sagt Tesla. Allerdings mache das Unternehmen das nicht selbst, sondern beauftrage damit externe Dienstleister.

2017 hatten wir bereits darüber berichtet, dass ein Tesla Model S nach 400.000 Kilometer noch 93% Akkukapazität aufweisen konnte. Kürzlich setzte Musk noch eins drauf und teilt mit, dass man das Model 3 gebaut haben, um so lange zu halten wie ein kommerzieller LKW, eine Million Meilen (knapp 1,6 Mio km). Die Batteriemodule sollen zwischen 482.000 bis 800.000 km schaffen. Da darf man sich die Frage stellen, wann wird man erstmals Batterien in größerer Menge in der Gigafactory 1 recyceln.

Second Life für alte Akkus bei Tesla derzeit keine Option

Tesla nimmt mit diesem Weg deutlichen Abstand von dem anderer Automobilhersteller, welche ihre Batterien vor allem sogenannten Second Life Projekten zuführen. Jaguar Land Rover beispielsweise setzt sowohl auf Second-Life-Strategie, als auch Recycling bei E-Autobatterien. Gemeinsam mit der brasilianischen Federal University of Santa Catarina (UFSC) will Nissan an künftigen Second-Life-Anwendungen für gebrauchte Elektroauto-Batterien forschen und arbeiten.

Ebenfalls hat der Autohersteller Toyota mit dem Stromversorger Chubu Electric Power eine Vereinbarung mit dem Ziel geschlossen, ein gemeinsames Batterie-Projekt zu starten. Der Fokus liegt auf Second-Life und Recycling. Der Autohersteller Renault und das britische Unternehmen Connected Energy haben zwei erste Schnellladestationen eröffnet, bei denen gebrauchte Batterien aus Elektroautos im Second Life als stationäres Speichersystem dienen. Die Einsatzzwecke für „alte Batterien“ scheinen endlos.

Quelle: Golem.de – Tesla will Altakkus wiederverwerten

Worthy not set for this post
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Schreib einen Kommentar und misch dich ein! 🚗⚡👇


Ähnliche Artikel

Cover Image for China-Experte: „Fehler sind Teil des Fortschritts“

China-Experte: „Fehler sind Teil des Fortschritts“

Sebastian Henßler  —  

In der aktuellen Podcast-Folge hatte ich die Gelegenheit, mit Dr. Thomas Kiefer zu sprechen – Journalist, Asien-Experte und profunder Kenner der chinesischen Industriepolitik. Seit Ende der 1980er Jahre beobachtet er vor Ort in Shanghai die Entwicklungen, war unter anderem in Joint Ventures wie Shanghai Volkswagen unterwegs und hat über Jahrzehnte hinweg verschiedene Länder Asiens bereist […]

Cover Image for Alpitronic CEO: „Laden muss immer funktionieren“

Alpitronic CEO: „Laden muss immer funktionieren“

Sebastian Henßler  —  

Im exklusiven Interview verrät Philipp Senoner, warum 400 kW für den Massenmarkt reichen, 850 kW und darüber hinaus aber als Sonderlösung kommen werden.

Cover Image for Diese 7 günstigen E-Autos unterstützen Plug & Charge

Diese 7 günstigen E-Autos unterstützen Plug & Charge

Daniel Krenzer  —  

Stecker rein und einfach losladen: Diese unkomplizierte Art des E-Auto-Ladens gibt es für immer mehr Modelle. Doch welche sind die günstigsten?

Cover Image for Volkswagen richtet Produktion auf KI-gestützte Zukunft aus

Volkswagen richtet Produktion auf KI-gestützte Zukunft aus

Michael Neißendorfer  —  

Effizienter, intelligenter und resilienter will Deutschlands größter Autohersteller werden: Dafür setzt der VW-Konzern in der Produktion verstärkt KI ein.

Cover Image for Neuer Volvo XC70: Der Plug-in-Hybrid für die Langstrecke

Neuer Volvo XC70: Der Plug-in-Hybrid für die Langstrecke

Michael Neißendorfer  —  

Im stadtnahen CLTC-Zyklus fährt der neueste Plug-in-Hybrid von Volvo 200 Kilometer weit. Ob er nach Europa kommt, ist noch offen.

Cover Image for Nio: 200.000 Akku-Wechsel in Europa, aber kaum neue Stationen

Nio: 200.000 Akku-Wechsel in Europa, aber kaum neue Stationen

Daniel Krenzer  —  

Mit der Anzahl der getauschten Akkus geht es für Nio in Europa voran, doch von den 170 geplanten Standorten gibt es bislang nur 60.