Northvolt macht Batteriefabrik in Deutschland von Ökostrom-Versorgung abhängig

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Volkswagen AG

Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 2 min

Der schwedische Batteriehersteller Northvolt, der mit mehreren Autoherstellern wie BMW und Volvo zusammenarbeitet, plant einem Medienbericht zufolge den Aufbau einer eigenen Zellproduktion in Deutschland. Zu möglichen Standorten, geschweige denn einer Region, wo die Zellfabrik angesiedelt sein könnte, habe Northvolt aber noch keine konkreten Ideen, wie die Automobilwoche berichtet, da sich das Vorhaben noch in einer sehr frühen Phase befinde. Dass Northvolt aber nach Deutschland kommen will, sofern alle Voraussetzungen stimmen, stehe außer Frage: „Wir sind mit mehreren Bundesländern im Gespräch über die Möglichkeit, in Deutschland eine Fabrik zu errichten“, sagte Northvolt-Chef Peter Carlsson dem Fachblatt.

Northvolt habe von den deutschen Behörden auch bereits eine Zusage erhalten, dass die Batteriefabrik als Projekt von gemeinsamem europäischem Interesse finanziell gefördert werden kann. Die Schweden haben schon länger vor, sich im Mutterland der Automobilindustrie anzusiedeln. Northvolt war von 2019 bis Beginn dieses Jahres Projektpartner von Volkswagen für den Aufbau der Zellfertigung in Salzgitter. Im März jedoch hatte der VW-Konzern mitgeteilt, dieses Projekt alleine umsetzen zu wollen. Insidern zufolge hatten die VW-Entscheider Sorge, dass sich die Schweden, die gleichzeitig eine eigene Batteriefabrik in ihrem Heimatland aufbauen, mit einer zweiten Batteriefabrik übernehmen könnten.

Entscheidend dafür, dass Northvolt sich in Deutschland ansiedelt, sei eine zuverlässige Versorgung mit Ökostrom. Dies sei eine Grundlage des Geschäftsmodells von Northvolt, wie Carlsson der Automobilwoche erklärte: „Dadurch schaffen wir nicht nur einen sehr kleinen CO2-Fußabdruck, sondern könne auch zu sehr günstigen Kosten produzieren.“ Northvolt untersuche derzeit, wie sich dieses Problem lösen lässt. „Denn wir wollen auf jeden Fall dem gleichen Anspruch an Nachhaltigkeit wie in Schweden gerecht werden.“ In seiner Heimat steht dem Batterieunternehmen günstiger Strom aus Wasserkraft zur Verfügung. Eine Garantie dafür, dass Northvolt eine Zellfabrik in Deutschland aufbaut, gibt es also nicht.

Quelle: Automobilwoche – Standortsuche in mehreren Bundesländern: Northvolt plant Batteriefabrik in Deutschland / Electrive – Northvolt erwägt eigene Batteriefabrik in Deutschland

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Tobi:

Dass es noch Unternehmen gibt, welche weitsichtig planen ist erstaunlich. Von VW habe ich irgendwo gelesen, dass es das Ziel des CEO ist Tesla zu überholen. Solche Ziele sind einfach nur peinlich, lächerlich und dumm. Northvolt hat so eine Zukunft. VW nicht.

David:

Dass Investitionen, die finanziert werden, auf Klimaziele einzahlen müssen, ist indessen immer stärker der Fall. Gerade ein Produzent von Akkuzellen für Elektroautos wird da besonders sensibel sein müssen. Vielleicht steht dahinter aber auch die Angst vor deutschen Genehmigungsverfahren. In einem Land, wo es Bürgerinitiativen gegen Radschnellwege gibt, ist es nicht einfach, an neue rasch durchgewunkene Industrieanlagen zu glauben.

Robert:

richtig so macht die Schaffung von Arbeitsplätzen in deutschland von den Aufbau der erneuerbaren Energien abhängig damit der Altmaier endlich mal von den Bremsen runtergeht mit denen der Ausbau der erneuerbaren schon seit 2012 massiv blockiert und behindert wird

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