Stockender Elektroautomarkt: Toyota drosselt Produktion

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Laura Horst
Laura Horst
  —  Lesedauer 2 min

Der japanische Automobilhersteller Toyota reagiert auf den global verlangsamten Elektroautomarkt und senkt seine Prognose für den weltweiten Absatz für das Jahr 2026. Angepeilt werden nun eine Million Elektroautos, was etwa 30 Prozent unter der zuvor angekündigten Prognose liegt, wie Nikkei Asia berichtet.

Noch im Mai dieses Jahres hatten die Japaner angekündigt, bis 2026 einen weltweiten Absatz von 1,5 Millionen Elektroautos anzustreben. Dementsprechend sollte laut Toyota eine Lieferkette für Batterien und andere Teile aufgebaut werden, die dem erwarteten schnellen Wachstum des Elektroautomarktes Schritt halten kann.

Im vergangenen Jahr hatte der japanische Hersteller etwa 200.000 Elektroautos verkauft. In der ersten Hälfte dieses Jahres waren es rund 80.000 Elektroautos. Nach dem neuen Plan will der Autoriese in 2025 etwas mehr als 400.000 Einheiten herstellen und die Produktion im darauffolgenden Jahr etwas mehr als verdoppeln. Toyota rechnet folglich immer noch mit einem starken Verkaufsanstieg bei den Elektroautos, jedoch deutlich langsamer als ursprünglich angenommen. Von der Entscheidung, die Produktionszahlen zu senken, habe das Unternehmen seine Zulieferer bereits in Kenntnis gesetzt.

Toyota hat die Entscheidung zu einem Zeitpunkt gefällt, an dem sich die Wachstumsrate des weltweiten Elektroautomarktes deutlich verlangsamt hat, auch wenn der Absatz laut dem britischen Marktforschungsunternehmen GlobalData im Vergleich zum Vorjahr um 32 Prozent gestiegen ist.

Tesla verkaufte in der ersten Jahreshälfte 2024 mit 830.000 Elektroautos etwa 7 Prozent weniger Einheiten als im Vorjahr. BYD hat in demselben Zeitraum mit 720.000 verkauften Einheiten einen Zuwachs von 18 Prozent bei den Elektroautos, aber gleichzeitig stieg der Absatz bei den Plug-in-Hybriden um 40 Prozent auf 880.000 Einheiten. Damit hatten die Hybride sowohl in Hinblick auf die Wachstumsrate als auch bei der Gesamtzahl der verkauften Einheiten die Nase vorn.

Mit einer Strategieänderung in Hinblick auf die Elektroautoproduktion ist Toyota auf dem weltweiten Markt nicht allein. Während Volkswagen erstmals auch Werksschließungen in Deutschland erwägt, plant der US-Konzern General Motors die Produktion großer Elektroautos in Michigan aufzuschieben und Ford kündigte an, die Entwicklung großer Elektro-SUV komplett einzustellen. Auch Volvo hat sein Ziel aufgegeben, bis 2030 nur noch reine Elektroautos auf die Straße zu bringen.

Quelle: Nikkei Asia – Toyota to slow EV output to 30% below previous 2026 sales forecast

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pani:

Würdest du bitte mal erklären, warum uns das Thema „Plug-in- Hybride“ noch auf die Füße fallen sollte?

Martin Hofstetter:

Das Thema Plug-in-Hybrid wird uns noch gewaltig auf die Füße fallen – ebenso den Besitzern. Was 2024 noch nach einer BEV-Flaute aussieht, kann sich 2025 schnell wenden.

Die kritische Masse für Veränderungen in der Gesellschaft liegt zwischen 15 und 30 %. Sobald diese erreicht ist, geht es richtig los. Wer da als Hersteller nicht gerüstet ist, geht endgültig unter. Ob VW, BMW, Toyota oder wer auch immer die BEV-Produktion drosselt, ist vollkommen egal. Der Punkt ist, wie schnell sie die Produktion wieder hochfahren können – hier wird sich die Spreu vom Weizen trennen.

Quellen:
Rogers, Everett M. Diffusion of Innovations. Free Press, 1962.
Gladwell, Malcolm. The Tipping Point: How Little Things Can Make a Big Difference. Little, Brown, 2000.
Centola, Damon, et al. „Experimental evidence for tipping points in social convention.“ Science 360.6393 (2018): 1116-1119.

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