Elektro-SUV Aiways U5 will mit innovativem Leichtbau punkten

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Aiways

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

Der chinesische E-Auto-Hersteller Aiways hat bei der Entwicklung des Elektro-SUV U5 laut eigener Aussage einen besonderen Fokus auf intelligenten Leichtbau, einen effizienten Antriebsstrang und bestmögliches Thermomanagement der Batterie gelegt, um den Energiebedarf so gering wie möglich zu halten und im Gegenzug die Reichweite zu maximieren. Das Ergebnis zahle sich nicht nur an der Ladesäule aus, sondern auch in allgemein geringeren Wartungskosten.

Die von Aiways, einem Anbieter von E-Mobilitätslösungen mit Sitz in Shanghai, entwickelte MAS-Plattform (More Adaptable Structure) kombiniere innovative technische Lösungen zu einer intelligenten Architektur, so der Hersteller in einer aktuellen Mitteilung. So besteht die Rohkarosserie des U5 zu 52 Prozent aus leichtem und korrosionsbeständigem Aluminium und 48 Prozent aus speziell legierten hochfesten Stählen. Diese sollen bis zu viermal fester sein als herkömmliche Sonderstähle, die im Fahrzeugbau Verwendung finden und sollen für höchste Sicherheit sorgen.

Neuartige Klebe- und Fügetechniken im Rohbau sollen währenddessen zu einer um 50 Prozent erhöhten Torsionssteifigkeit des Aluminium-Unterbaus führen, verglichen mit konventioneller Bauweise. Neben dem Aiways U5 werden auch das in Kürze Premiere feiernde SUV-Coupé U6 und weitere Modelle auf dieser flexibel anpassbaren Plattform stehen.

Sandwich-Struktur der Hochvolt-Batterie mit intelligentem Wärmemanagement

Die MAS-Plattform zeichne sich überdies durch eine neue Batterie-Architektur aus. Eine patentierte Sandwich-Struktur sorge nicht nur für eine hohe Crash-Sicherheit der 24 von CATL gelieferten Batterie-Module, sondern vor allem für die Einsatzmöglichkeit eines intelligenten Wärmemanagementsystems zur Steigerung des Wirkungsgrades des Hochvolt-Systems. Eine mehrlagige Isolations-Schutzschicht trennt die Batterie-Module der Trockenzone von den Kühlplatten der Nasszone.

So steige nicht nur die Effizienz, sondern auch die Betriebssicherheit der Lithium-Ionen-Batterie, die dank der Sandwich-Struktur optimal gekühlt oder vorgewärmt werden kann. Das Wärmemanagementsystem des Elektro-SUV ermögliche so jederzeit den Betrieb im Bestpunkt des 63 kWh-Pakets, was zu einer langen Lebensdauer beiträgt. Aiways garantiert auch nach acht Jahren Betriebszeit 75 Prozent Restkapazität der Batterie. Mit einer Leistungsdichte von 172 Wattstunden pro Kilogramm zählt die Hochvolt-Batterie zudem zur Spitzengruppe in ihrem Segment.

Aiways-U5-Elektroauto-Leichtbau-Akku
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Leichtbau betrieben die Ingenieure des Aiways Forschungszentrums in Jiading auch beim Antriebssystem. Der eigenentwickelte Permanentmagnet-Synchron-Elektromotor dreht beispielsweise mit 16.000 Umdrehungen pro Minute etwa 25 Prozent höher als die von der Konkurrenz eingesetzten E-Maschinen. Er könne deshalb kleiner und leichter ausfallen. Die aus Elektromotor, Getriebe und Wechselrichter bestehende Antriebseinheit generiere hier einen Vorteil von gut 15 Prozent weniger Bauraum und Gewicht und kann zudem modular eingesetzt werden. Neben einem Einbau im vorderen Fahrzeugbereich und Frontantrieb mit 150 kW und 310 Nm wie im U5 sei auf Basis der MAS-Plattform auch die Konfiguration eines Heckantriebs und eines Allradantriebes möglich.

Der Aluminium-Stahl-Leichtbau-Materialmix sorge in Kombination mit der Sandwich-Batterie und der kompakten Elektro-Antriebseinheit für ein Leergewicht von nur 1720 kg in der Standardversion des U5. Damit soll er nicht nur um bis zu 350 kg leichter als die Konkurrenzmodelle seiner Klasse sein, er ist sogar leichter als einige konventionell angetriebene Mittelklasse-SUV. Das geringe Gewicht sorge nicht nur für einen geringen Energieverbrauch, sondern auch für eine hohe Wirtschaftlichkeit durch einen geringeren Verschleiß. Bauteile wie Bremsen, Reifen oder Fahrwerklager werden durch das verhältnismäßig leichte Leergewicht weniger stark belastet als bei anderen Fahrzeugen seiner Klasse.

100.000 km-Serviceintervall sorgt für geringe Unterhaltskosten

Ein weiterer Vorteil des Leichtbau-Konzepts und der entsprechend geringen Beanspruchung der Bauteile ist die Möglichkeit, ein langes Serviceintervall anzubieten. Der Aiways U5 muss nur alle 100.000 Kilometer oder 36 Monate, je nachdem, was zuerst eintritt, zur Wartung durch einen Servicepartner. Im Rahmen der verpflichtenden Fahrzeugwartung werden die Bremsflüssigkeit und das Kühlmittel der Hochvolt-Batterie, der Ölstand im Reduktionsgetriebe des Antriebsstrangs kontrolliert, aufgefüllt oder gewechselt, sowie der Akku der Telematik-Box getauscht. Sämtliche anderen Wartungsumfänge werden nach Bedarf durchgeführt. Der 100.000 km-Serviceintervall ermöglicht so nicht nur sehr geringe Betriebs- und Unterhaltskosten, es spart im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen auch viele Rohstoffe in Form von Betriebsmitteln oder Verschleißteilen.

Uns war es in der Entwicklung besonders wichtig, dass der Kunde am Ende ein Fahrzeug kauft, das nicht nur nachhaltig und elektrisch ist, sondern auch mit geringen Unterhaltskosten punktet“, sagt Dr. Alexander Klose, Executive Vice President of Overseas Operations bei Aiways. Mikael Nilsen, Leiter After Sales Aiways Overseas ergänzt: „Die Betriebs- und Unterhaltkosten eines batterie-elektrischen Fahrzeugs wie unserem U5 sind nicht zuletzt mit den stark gestiegenen Energiekosten in den Fokus der Kunden gerückt. Viele Studien bescheinigen den Elektroautos in fast allen Anwendungsszenarien bereits heute zum Teil Kostenvorteile von bis zu 20 Prozent gegenüber konventionellen Fahrzeugen. Wir können mit unserer intelligenten Leichtbauplattform und dem dadurch möglichen langen Serviceintervall von 100.000 km noch einmal zusätzlich punkten und Kostenvorteile für unsere Kunden erzielen.“

Quelle: Aiways – Pressemitteilung vom 09.08.2022

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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ExWestfale:

Ja, ich z.B. bin ein zufriedener Kunde, wobei die Anforderungen an die Software sicherlich individuell zu sehen sind. Übersetzungsfehler interessieren mich nicht, es muss funktionieren. Den Parkassistenten benutze ich nie, Fahrerüberwachung meldet sich manchmal unnötiger Weise aber lieber einmal zu viel warnen, als zu wenig. Radio höre ich fast nie, wenn Musik über das Handy. Das Piepsen der Sensoren habe ich nicht, halte an der Ampel aber auch immer viel Abstand ;-), AHK habe ich auch nicht. Ansonsten erfüllt das Auto meine Ansprüche, fährt, keine Fehler, außer das Display, wurde aber bei ATU gefixt. Die Assistenten funktionieren wie sie sollen, das Fahren auf der BAB ist total entspannt und leise.
Ich glaube man sollte 2 Dinge berücksichtigen, das Unternehmen wurde erst 2017 gegründet und hat noch viel zu lernen. Ich möchte nicht wissen, wie das mit der Qualität in den ersten Jahren nach der Gründung von z.B. Volkswagen aussah. Und zudem reden wir hier über ein Mittelklasse SUV, elektrisch, mit einem Oberklasse Platzangebot, reichhaltigster Ausstattung und einem Kaufpreis von, Heute, unter 43T €

Gunnar:

Also vor einem Jahr hätte ich die Software noch zufriedenstellend mit „als Erstversion passt das“ abgetan. Mittlerweile nach über einem Jahr und keinerlei Verbesserungen ist die Software in meinen Augen vollkommen unzureichend. Es krankt an vielen Stellen, selbst einfache Dinge wie Übersetzungsfehler wurde bisher nicht gefixt – obwohl ja über OTA einfach möglich. Der Parkassistent meckert immer eine offene Klappe mitten im Parkprozess, die Fahrerüberwachungsfunktionen alle unnütz (da eher Fehlalarm als Nutzen), die gesamte UI ist umständlich zu bedienen, alleine zum Radio Programmwechsel braucht es über 4 Klicks. Die Parksensoren reagieren schon bei niedriger Fahrt, piepsen also schon mal an der Ampel, wenn das Fahrzeug rechts zu nahe steht oder man einfach nur einen Anhänger dabei hat.
Ich könnte hier Unmengen an Problemen und Verbesserungen seitens der Software nennen. So macht mir der U5 einfach keinen Spaß mehr. Aiways reagiert auf meine Vorschläge gleich gar nicht. Ich dachte Anfangs echt, dass ein Junges Unternehmen hier schnell und flexibel rangieren wird – leider Fehlanzeige. Da ist selbst so ein Ozeanriese wie VW schon beim 3. Großen Softwareupdate mit Funktionen, von denen ich beim U5 nicht mal träumen kann.
Aber das ist natürlich alles nur meine Meinung und scheinbar sind ja durchaus zufriedene und Begeisterte U5 Fahrer unterwegs – ich gehöre dazu nicht mehr.

Alkibiades:

Man merkt allerdings nicht wirklich viel von der tollen Reichweite oder dem niedrigen Verbrauch wenn man die Reviews des Fahrzeugs betrachtet. Ein „Dino“ wir der BMW iX verbraucht trotz seiner Größe weniger und ist effizienter. Den kann sich natürlich kein Normalverdiener leisten – ich auch nicht. Dennoch ist der preiswert im Wortsinn. Der U5 ist angesichts der Ausstattung, Reichweite, Fahrleistungen, Fahrverhalten und Ladeleistung nicht preiswert – auch wenn er wenig(er) kostet.

Tobi:

Ein praktisches, für jedermann geeignetes Auto ohne den Anspruch, den Grössten zu haben. Aiways ist mit beiden Füssen am Boden geblieben. Das täte einigen Dinos welche dem Dauergrössenwahn verfallen sind auch sehr gut.

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