Designwerk zeigt Mega-Charger für elektrische Nutzfahrzeuge

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Designwerk

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Designwerk Technologies mit Sitz in Winterthur in der Schweiz nimmt neue Schnellladestationen im Format von Containern in ihr Portfolio auf. Die neuen Ladesysteme sollen elektrische Nutzfahrzeuge langstreckentauglich machen, ohne das Stromnetz zu überlasten. Geplant ist die Inbetriebnahme der schweizweit ersten Megawatt-Ladestation bei der Galliker Transport AG im Jahr 2024, so Designwerk in einer aktuellen Mitteilung.

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur gehört zu den Topthemen bei der Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs: Die Transportbranche ist auf leistungsstarke Ladetechnik angewiesen, um Nutzfahrzeuge ausreichend schnell zu laden. Nur so kann die Dekarbonisierung auf Langstrecken sowie im Dauer- oder Schichtbetrieb gelingen.

Designwerk Technologies kündigte daher vor rund einem Jahr die Entwicklung einer neuen, besonders leistungsfähigen Ladestation im Rahmen eines Demonstrationsprojekts an. Ein auf dieser Basis entwickeltes Produkt wurde nun im Rahmen eines exklusiven Events am Firmensitz vor rund achtzig Branchenexperten präsentiert.

Eine Ladestation der Superlative

Mit der Entwicklung des Mega-Chargers erweitert die Firma ihr Produktportfolio um eine batteriegepufferte Ladestation mit zwei CCS-Ladepunkten und einer Leistung von jeweils 420 Kilowatt DC. Die rund 8,6 Meter lange, 2,55 Meter breite und 3 Meter hohe Ladestation im Containerformat ist mit leistungsstarken Lithium-Ionen-Batterien ausgestattet. Mit einer Batteriekapazität von bis zu zwei Megawattstunden sorge die Anlage dafür, dass das Stromnetz beim Ladevorgang nicht durch Ladespitzen belastet wird. Die Energiespeicher sichern zudem den Ausgleich des schwankenden Energieangebots aus erneuerbaren Quellen. Der Vertrieb der Ladelösung habe bereits begonnen. Die individuelle Ladeleistung und Batteriekapazität würden auf die Bedürfnisse der Kundschaft angepasst.

Die dem Ladecontainer zugrunde liegende Technologie stammt aus einem laufenden Demonstrationsprojekt. Es hat den Bau und die Erprobung einer Ladestation mit einer Ladeleistung von 1,05 Megawatt pro Ladepunkt zum Ziel. Mit diesem Vorhaben an der Schnittstelle zwischen Forschung und Markt werde der Reifegrad der Megawatt-Ladetechnologie erhöht, um sie zur Marktreife zu bringen.

Die wissenschaftliche Begleitung dieser technischen Innovation werde vom Schweizer Bundesamt für Energie (BFE) sowie von renommierten Industrie- und Hochschulpartnern unterstützt. Um die Akzeptanz und den Nutzen bei künftigen Anwendern zu maximieren, richtet sich die Projektgruppe nach dem internationalen Ladestandard Megawatt Charging System (MCS).

Container für zukunftssichere Ladeinfrastruktur

Aktuell sind noch keine Fahrzeuge mit dem MCS-Standard auf Schweizer Straßen unterwegs. Aber wie der Markthochlauf bei Elektroautos und der damit verbundene Ausbau der Ladeinfrastruktur gezeigt haben, gewinnen Themen rund um die Infrastruktur und Ladestandards rasch an Dynamik.

Das gibt auch Andreas Burgener, Direktor von Auto-Schweiz, der Vereinigung offizieller Automobil-Importeure in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein, am Event zu bedenken: „Designwerk hat mit den batteriegepufferten Mega-Ladestationen eindrücklich aufgezeigt, wohin die Reise unserer Branche in Bezug auf die Elektromobilität hinführt. Es erscheint mir sinnvoll, Ladeparks skalierbar auszulegen und Standards wie den MCS mitzuberücksichtigen“, so Burgener. Wie ein Megawatt-Ladepark für schwere Nutzfahrzeuge dereinst aussehen kann, soll die Demonstrationsanlage bei der Galliker Transport AG ab 2024 unter Beweis stellen.

Quelle: Designwerk – Pressemitteilung vom 28.11.2023

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Daniel W.:

Wer braucht 2 MWh im normalen BEV-44-Tonnen-Lkw? – keiner.

BEV-Lkws brauchen geschätzt 160 kWh auf 100 km, bei 4,5 Stunden mal 80 km/h gleich 360 km und damit geschätzt 576 kWh.

Mit Reserve 650 kWh wären (bei ehemals Akasol 2023 – 98 kWh und 598 kg) knapp rund 3.970 kg.

576 kWh in 45 Minuten (gesetzliche Pause in der EU) wären im Durchschnitt 768 kWh Ladeleitung, d.h. 1- oder 1,5-Megwattlader reichen.

———————

FCEV-Lkw 9 bis 10 kg H2 auf 100 km, das wären bei 360 km also 32,4 bis 36 kg H2 und geschätzt rund 500 bis 550 kg inkl- H2-Tanks.

Dazu 2 Brennstoffzellen á 95 kW geschätzt rund 500 kg und 72 kWh-Akku mit rund 440 kg (ehemals Akasol 2023).

Zusammen – 2 Brennstoffzellen, H2-Tanks und 72-Kwh-Akkupack – rund 1.000 bis 1.050 kg (bei 720 km Reichweite 1.500 bis 1.600 kg).

Bedarfgerechte kWh-Ausstattung des BEV-Lkws – jetzt rund 3.970 kg und in Zukunft geschätzt rund 2.000 kg.

Zum Vergleich FCEV-Lkw mit rund 1.000 kg bei bedarfgerechter Ausstattung und bei 720 km Reichweite 1.500 kg.

Der Gewichtsvorteil für FCEV wird in Zukunft kaum noch der Rede wert sein, aber beim Preis dürfte FCEV weiterhin teuerer bleiben.

Marc:

Ist ja alles richtig. Die 1 MWh sind nur der Anfang, also das, was jetzt nach aktuellem Stand möglich ist, ohne Nutzlast zu verlieren. Dafür ist es beeindruckend. Aber machen wir uns nichts vor, in einigen Jahren wird man bei gleichem Gewichten auf gleichem Raum 2 MWh unterbringen. Zudem kommt ja in drei Jahren das Megawatt Charging, MCS, mit 4,75 MWp. Sollte das autonome Fahren für LKW kommen, dann wahrscheinlich zuerst auf einer separaten Spur, für die es dann auch eine Stromversorgung geben könnte. Platooning hat aktuell niemand mehr auf dem Schirm, das könnte allerdings die Verbräuche locker halbieren. Würde ich im Zusammenhang mit autonomen Fahren nicht abschreiben.

Captain Ahab:

„Mehr als die 1 MWh braucht es in Europa nie, wenn man die zulässigen Fahrzeiten einhält …“

Und ohne Fahrer?
Und bei Platooning?
Und bei Fahrerwechsel?
Und, und, und

Josef:

So einfach ist die Rechnung nicht…Der Diesel Antrieb mit Tank fällt weg der ca 3t wiegt…die Batterie von Desginwerk wiegt 5,9t…Mehrgewicht also ca. 3t…die LKWs sind mit 43t zugelassen und haben 38t Zuladung. Ist also weniger als man zunächst denkt an Mehrgewicht.
Mehr als die 1MW braucht es in Europa nie, wenn man die zulässigen Fahrzeiten einhält und die Infrastruktur mal passt.
Die 100kg Wasserstoff sind so eine Energieverschwendung und damit teuer das das nie kommen wird…sollte kein Wunder der Wissenschaft passieren.
Wasserstoff ist die Kernfusion der Antriebstechnik…in 15 Jahren sind wir soweit
Meine Frau hat bei Dornier schon vor 35 Jahren daran gearbeitet…seitdem ist alles kleiner worden, aber an den Schwierigkeiten, wie Hochdruck, Verlust von H2, aggressiven H2 und Dichtungsprobleme hat sich nichts geändert…ein wahrer Wartungs- und damit Kostenalptraum.

Jakob Sperling:

Was ist 1 MW Akkukapazität.

Ich kann übrigens problemlos einen 1MWh-LKW auf 2 MWh ausbauen; ist ein No-Brainer. Die Batterie ist dann einfach statt 6-7 Tonnen 12-14 Tonnen schwer. Wo das bei maximal 40 Tonnen Gesamtgewicht hinführt, ist ja wohl klar.

Oder ich nehme für die 2 MWh Energie 100 kg Wasserstoff, ist mit Tanks etwa 1 Tonne schwer.

Marc:

Design Werk ist ja die feine Manufaktur von Volvo . Volvo Trucks natürlich, nicht etwa der chinesische PKW-Hersteller. Design Werk haben übrigens auch unlängst den ersten LKW mit 1 MW Akkukapazität auf den Markt gebracht. An ihnen sieht man sehr gut, wo der Markt hingeht. Auch der Fernverkehr wird elektrisch. Und das ist gut für die Umwelt.

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