Besitzer von Solaranlagen stehen Elektroautos weniger skeptisch gegenüber

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E3/DC

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Die Diskussion um den Dieselskandal könnte man als Chance für die Elektromobilität wahrnehmen. Jedoch zeigen die Ergebnisse der „Energie-Autark-Studie – Sektorenkopplung als Lösungsansatz“, dass sich die Fehler der Dieselbranche nicht zwangsläufig positiv auf die E-Mobilität auswirken.

Im Rahmen der Studie wurden durch EuPD Research im Auftrag des Energieunternehmens E3/DC deutschlandweit Hausbesitzer zu den Themenbereichen Erneuerbare Energien, Elektromobilität und Wärme befragt. Die Motivation zum Umstieg auf Elektroautos wird durch den Dieselskandal nur marginal beeinflusst.

Rund 70 Prozent der befragten Haushalte sehen in der Diskussion um den Dieselwagen keinen Grund, sich ein Elektroauto anzuschaffen, darin sind sich E3/DC-Kunden und Nicht-Kunden einig. Die Haushalte geben als Gründe dafür eine zu geringe Reichweite, fehlende Ladeinfrastruktur und zu hohe Preise an.

Der Sektor Elektromobilität muss selbst Anreize schaffen. Denn 44 Prozent der befragten Haushalte würden, anstatt ein Elektroauto zu kaufen, eher auf ein benzinbetriebenes Fahrzeug ausweichen. 53 Prozent der E3/DC-Kunden würden bei einem Neukauf ein Elektroauto wählen. Die Motivation dafür erzeugte jedoch nicht der Dieselskandal, sondern der Wunsch nach Energieautarkie und Sektorenkopplung. Denn fast 77 Prozent der E3/DC-Kunden finden in der Möglichkeit, das Auto mit der eigenen PV-Anlage zu laden, die größte Motivation für die Anschaffung eines Elektroautos.

Ebenso einig sind sich E3/DC-Kunden und Nicht-Kunden über die Szenarien, die für die Investition in ein Elektroauto eine Rolle spielen. 83 Prozent der Panel-Befragten und 85 Prozent der E3/DC-Kunden sagen aus, dass die Reichweite sich erhöhen muss, damit ein Elektroauto für sie infrage käme. Außerdem gehören bei beiden Gruppen die Szenarien eines geringeren Preises auf Platz zwei und einer besseren Ladeinfrastruktur auf Platz drei zu den wichtigsten Argumenten für den Erwerb eines Elektroautos. Die Studie zeigt erneut, dass sogar die von Energiewendeprodukten prinzipiell überzeugten E3/DC-Kunden noch nicht von der Elektromobilität überzeugt sind.

„Den Konsumenten muss die Angst vor dem Elektroauto genommen werden. Das Gegenargument der fehlenden Reichweite ist überholt. Der Deutsche fährt im Schnitt keine 40 Kilometer am Tag, gleichzeitig gibt es Elektroautos mit Reichweiten von über 400 Kilometern. Außerdem müssen – genauso wie bei der Wärmepumpe – von der Politik und den Herstellern attraktivere Angebote gestaltet werden. Zuhause ist das Elektroauto am günstigsten und sichersten betankt.“ – Dr. Andreas Piepenbrink, CEO von E3/DC.

EuPD Research führte die Befragung deutschlandweit unter 1021 Hausbesitzern (Panel) durch. Dabei werden die Einstellungen von Hausbesitzern zu den Themenbereichen Erneuerbare Energien, Elektromobilität und Wärme untersucht. Die räumliche Verteilung von Ein- und Zweifamilienhäusern wurde bei der Auswahl der Stichprobe berücksichtigt, was Vergleiche auch auf Bundesländerebene erlaubt. Die Studie wird von EuPD Research im Auftrag der E3/DC GmbH durchgeführt. Begleitet wird diese Erhebung durch eine E3/DC-Endkundenbefragung (1003 E3/DC-Kunden).

Quelle: E3/DC – Pressemeldung vom 4.05.2018

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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silvia:

Der Deutsche fahre im Schnitt nur 40 Km /TAg und könnte sich folglich mit wenig Reichweite begnügen. Das ist völliger Irrsinn! Mann fährt oft nicht aber auch 2x über 200 Km pro Tag deshalb kommt der Schnitt zustande.
Da müsste jeder noch einem 2. Wagen kaufen. Gut für die Industrie, aber schlecht fürs Klima. Also besser E Autos mit 250 Km Reichweite oder gleich einen Hybrid kaufen.

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