ACC pausiert Bau der Batteriefabrik in Kaiserslautern

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Hier sollte eigentlich eine neue Batteriefabrik entstehen / ACC (Bild aus April 2023)

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Der Batteriezellenhersteller ACC, ein Joint Venture von Mercedes, Stellantis und TotalEnergies, hat den Bau der Batteriefabrik in Kaiserslautern auf dem Grundstück des dortigen Opel-Werks (das Titelbild zeigt den Abriss von Bestandsgebäuden von Anfang des Jahres) zumindest vorübergehend gestoppt. Dies bestätigte die zuständige Staatskanzlei in Mainz, wie zunächst die Rheinpfalz berichtete und von mehreren Medien aufgegriffen wurde.

Eigentlich sollen sieben Milliarden Euro investiert werden, um ein Werk für die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien zu errichten. Nun gibt es allerdings offenbar Zweifel daran, dass dafür künftig ausreichend hohe Nachfrage besteht. Dies liege allerdings weniger an der Sorge, dass sich Elektroautos künftig schlecht verkaufen. Die Überlegungen gehen laut Automobilwoche eher dahin, dass es zunehmend Alternativen für das vor allem in Sachen Kosten, aber auch hinsichtlich Umwelt und Menschenrechte nicht immer unproblematische Lithium gibt.

So gibt es immer mehr auf Natrium basierende Batterien, die zudem zunehmend besser werden und neben dem Kostenvorteil auch ihre technischen Nachteile ein Stück weit abgebaut haben. Und auch an Festkörperbatterien, die hohe Reichweiten versprechen, wird intensiv geforscht und getüftelt. Auch diese können ohne Lithium auskommen und erfordern zudem eine andere Produktionsweise.

Marktbedarf soll überprüft werden

„Bevor wir investieren, und wir sprechen von Milliarden, müssen wir die Frage beantworten, welche Art von Batteriezell-Technologie der Markt erfordert“, sagte demnach ACC-Generalsekretär Matthieu Hubert. Eigentlich sollten die Anlagen noch in diesem Jahr aufgebaut werden und Anfang 2025 zunächst 750 und später bis zu 2000 Mitarbeiter die Batteriezellen produzieren. Dies steht nun auf dem Prüfstand. Bis Anfang 2025 soll eine Entscheidung fallen, sodass sich der Bau offenbar um zumindest ein halbes Jahr verschieben dürfte.

Nicht nur in Kaiserslautern werden in Sachen Batterieproduktion Pläne auf Eis gelegt. So schreibt die Automobilwoche: „Vor wenigen Tagen gab der chinesische Batteriehersteller Svolt bekannt, die geplante Batteriefabrik in Brandenburg nun doch nicht bauen zu wollen.“ Auch bei anderen Projekten wie im Saarland ginge es langsamer voran als gedacht. Ein Hoffnungsschimmer für die Branche ist jedoch Northvolt, das sein Vorhaben in Norddeutschland weiter vorantreibt.

Quelle: Automobilwoche – „ACC stoppt Bau des Batteriewerks in Kaiserslautern“; Handelsblatt – „Bau von Batteriefabrik in Kaiserslautern stockt“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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Robert:

Das ist alles kein Wunder bei unsere Politik und der gezielten Desinformation und Verunsicherung der Bürger, habe vor kurzem gelesen dass Wärmepumpen in England bis zu 10.000 Euro billiger sind als in Deutschland, da muss man sich nicht wundern wenn die moderne und unweltfreundliche Technik offenbar bewusst erheblich teurer gemacht wird als es sein müsste da braucht man sich über den Rückgang bei den Wärmepumpen sich nicht wundern, genauso wie beim E-Auto. Das Bashing zeigt jetzt seine Wirkung und wird wohl dafür sorgen das Deutschlands wirtschaft komplett untergehen wird,

Frank:

Den Mai 2024 hast Du vergessen, Minus 30,6 % bei den BEV gegenüber des Vorjahresmonat.

MKU:

Die Gründe für den Rückgang beim Einbau von Wärmepumpen wird im Artikel gut erklärt.
1. Weniger Neubauten: Das ist vorallem den hohen Zinsen geschuldet. Viele Hausprojekte werden einfach zu teuer.
2. Verunsicherung im Markt. Die Kommunikation des Heizungsgesetzes war sicher keine Glanzleistung. Aber es waren sicher nicht die Grünen, die es torpediert haben. Da ging es ja selten um konstruktive Kritik sondern oft um bewusste Dessinformation u.a. von Medien wie der BILD

Johannes:

Die Proteste und Anschläge auf das Tesla-Werk würden mir als Investor auch nicht gerade Mut machen. Gewisse Deutsche sind eben sehr empfänglich für „Aufträge“ aus der Fossilindustrie. Auch die die sich als „links“ bezeichnen

Daniel W.:

Deutschland sollte sich daran gewöhnen, dass die Musik bei der E-Mobilität und was dazugehört woanders spielt.

Angeblich – so ist zu hören und zu lesen – sollen 100.000 E-Autos bei uns auf Halde stehen. In konservativen Kreisen wird auf den Verbrenner gesetzt.

Ich gehe davon aus, dass erst 2025 – nach den US-Wahlen – deutlich wird, ob Politik und Wirtschaft auch weiterhin zum E-Auto stehen.

Von den GRÜNEN bin ich enttäuscht, sie haben die Wärmepumpen „gekillt“ und womöglich auch das E-Auto.

—–
BDH: Verkauf von Wärmepumpen im ersten Quartal 2024 halbiert

Beim Verkauf von Wärmepumpen fiel der Einbruch im ersten Quartal 2024 mit 52 Prozent besonders stark aus. Das entspricht 46.000 Geräten in absoluten Zahlen. Im gleichen Zeitraum des Jahres 2023 hatten die Hersteller noch 96.500 Wärmepumpen abgesetzt.
(Quelle: solarserver.de – 02.05.2024)
—–
Anzahl der Neuzulassungen von Elektroautos (BEV) in ausgewählten Ländern in Europa von Januar bis April 2024 und Vergleich zum Vorjahreszeitraum

Deutschland
2023 – – – – – 124.476
2024 – – – – 111.005
(Quelle: de.statista.com)
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In Deutschland bei den Neuzulassungen von Elektroautos (BEV) ein Minus von rund 11% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Vereinigtes Königreich, Frankreich, Belgien, Niederlande, Dänemark, Spanien und Portugal konnten dagegen ein Plus verbuchen.

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